oder Gelebte Nachhaltigkeit im Kita-Alltag

der KölnKitas gGmbH- Kindertagesstätte und Familienzentrum – Ossendorfer Weg 

ein Beitrag von Frau Ziller, Elternbeirätin der Kindertagesstätte Ossendorfer Weg

Die zu klein gewordenen Gummistiefel, Jacken, Hosen etc. unserer Tochter stapeln wir für gewöhnlich in Kartons, die sich wiederum in unserem Keller auftürmen. Seit der Geburt unseres Sohnes verdoppelten sich die mit Klamotten vollgestopften Windelkartons noch, denn Freunde und Verwandte versorgen uns bestens mit den getragenen aber noch sehr gut erhaltenen Kleidungsstücken ihrer Sprösslinge. Darüber freuen wir uns natürlich sehr! Aber so langsam quillt unser Keller über.

Da spült die neue Nachhaltigkeitswelle an unserer Kita doch gerade zur richtigen Zeit ans Land. Unsere Kita hat sich dieses Jahr das Thema Umwelt ganz groß auf die Fahne geschrieben. Und das gilt es als hingebungsvolle Eltern zu unterstützen! Angefangen mit kleineren Projekten wie die bewusste Nutzung von Papier, sprich ein fertig gemaltes Bild ist erst ein fertig gemaltes Bild, wenn mehr als nur ein paar verirrte Striche zu erkennen sind, über die Umstellung von ausgedruckten Elternbriefen zur Elterninformation per Mail bis hin zur Thematisierung von Umweltthemen während der Lesestunden. Die Erzieherinnen und Erzieher lassen sich allerhand einfallen um unsere verantwortungsbewussten Bürger von Morgen zu formen.

Und wie können die Eltern hier mitwirken? An der Stelle hat sich unser Elternbeirat was Feines ausgedacht. Und zwar steht seit einigen Wochen direkt am Ausgang ein geräumiges Regal mit 16 Fächern, in welches wir Eltern schöne, aber zu klein gewordene Anziehsachen unserer Kinder mitbringen und gegen passende Kleidungsstücke tauschen können. Mitnehmen darf jeder so viel er möchte, auch wenn er nichts mitbringt. Für die sogenannte „Wichtelgarderobe“ haben die Vorschulkinder sogar eigens ein wunderschönes Aushängeschild gestaltet, so dass das neue Möbelstück auch wirklich jedem Elternteil ins Auge stechen muss.

Regal mit sortierter Kinderkleidung

Vielleicht denkt sich das eine oder andere Elternpaar, was soll das, wieso soll ich meinem Kind gebrauchte Kleidung geben? Und wer bitteschön hat denn Interesse an den getragenen Sachen meines Kindes? Ein neues Teil kostet doch gerade mal ein paar Euro?

Klar, Anziehsachen müssen heutzutage nicht mehr teuer sein und gerade bei so kurzlebigen Dingen wie Kinderkleidung möchte niemand tief in den Geldbeutel greifen müssen. Aber wer zahlt den Preis für unsere günstige Kleidung? Das haben wir versucht den Eltern zu vermitteln ohne zu sehr die Moralkeule zu schwingen.

Deshalb sagen wir uns, wir machen das besser und laden alle Eltern dazu ein, passende Kinderkleidung aus dem Regal zu nehmen und gerne die zu klein gewordenen Kleidungsstücke Ihrer Kinder reinzugeben. So vermeiden wir Müll, bringen unseren Kindern einen nachhaltigen Lebensstil bei und schonen gleichzeitig unsere Umwelt und den Geldbeutel. Klingt doch gut, oder?

Unsere Erfahrungswerte nach nur zwei Wochen sprechen Bände, das gesamte Kita Team hat den Aufbau begeistert mitgetragen. Die Kita-Leitung hat uns innerhalb eines Tages Platz geschaffen für die Regale, welche wir übrigens gänzlich kostenfrei über eine lokale Tauschbörse ergattern konnten. Der Hausmeister hat die Regale in null Komma Nix aufgestellt, Erzieher und Kinder lieferten die Kreativarbeit. Die Kommunikation fand über den Elternbeirat statt. Und was soll ich sagen, unsere Wichtelgarderobe lebt! Täglich sichte ich ein paar neue Kleidungsstücke und ebenso verlassen andere die Sammlung ebenso geschwind.

Und die Kartons in unserem Keller haben wir wieder auf ein tragbares Maß reduzieren können. Ein Hoch auf die Nachhaltigkeit!