Verbraucherzentrale NRW zeichnet KölnKita Hohenfriedbergstraße für klimafreundliches Verpflegungskonzept aus

Bei der KölnKita Hohenfriedbergstraße in Köln-Weidenpesch steht Klimaschutz auf dem Speiseplan: Mit Unterstützung des Landes- und EU-geförderten Projekts „MehrWertKonsum“ der Verbraucherzentrale NRW hat sich die Einrichtung vorgenommen, Essensabfälle möglichst zu vermeiden und die Verpflegung klimafreundlich zu gestalten. Für ihr Engagement wurde die Kindertagesstätte jetzt von der Verbraucherzentrale ausgezeichnet. Sarah Türk überreichte der Kita Leitung Uschi Hütten-Späth am 14.10.2020 eine entsprechende Urkunde. Außerdem erhielt die Einrichtung einen Fenstersticker, mit dem sie zeigen kann: „Klimafreundliche Verpflegung – wir machen mit!“ „Uns ist es sehr wichtig, dass unsere Kinder den Wert von Lebensmitteln erkennen und erfahren, dass gutes Essen zu schade für die Mülltonne ist. Deshalb wollen wir Vorbild sein und haben gerne das Angebot angenommen, am Projekt MehrWertKonsum teilzunehmen“, sagt Hütten-Späth.

Küchenkräfte und pädagogische Fachkräfte konnten im Rahmen von „MehrWertKonsum“ an kostenlosen Informationsveranstaltungen und Workshops teilnehmen. Zudem vermittelte die Verbraucherzentrale eine Methode, um die beim Mittagessen anfallenden Speisereste zu messen. Zehn Tage lang wurde grammgenau festgehalten, wie viel Essen auf den Tellern der Kinder und in den Töpfen und Servierschüsseln übrigblieb. Die Expertinnen der Verbraucherzentrale analysierten die Daten und gaben in einem umfangreichen Ergebnisbericht Empfehlungen, wie Speiseabfälle künftig vermieden werden können.

Außerdem wurden die Essenspläne im Hinblick auf Klimafreundlichkeit unter die Lupe genommen. Die Bewertung orientierte sich zum einen an den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für ein gesundes Kita-Essen, zu anderen an der Klimabilanz der verschiedenen Speisekomponenten. Frittierte und panierte Produkte beispielsweise sind sehr fetthaltig und sollten daher maximal ein Mal pro Woche auf dem Speiseplan stehen. Da Tiefkühlpommes oder Hähnchenflügel zudem sehr stark verarbeitet sind, verursacht ihre Herstellung auch besonders hohe Treibhausgasemissionen.                          „Eine ausgewogene Kost mit viel saisonalem Obst und Gemüse und wenig Fleisch ist gut für die Gesundheit der Kinder und zugleich sehr klimafreundlich“, erläutert Ernährungswissenschaftlerin Sarah Türk von der Verbraucherzentrale.

Im Rahmen des Erziehungs- und Bildungsauftrags ist die Vermittlung eines bewussten Umgangs mit Lebensmittel von Bedeutung. Die Auswertung der Abfallmessung ergab, dass in der Kita Hohenfriedbergstraße im gemessenen Zeitrahmen weniger als 12% der produzierten Lebensmittel entsorgt werden mussten (im Vergleich hierzu 25% in Schulmensen). Um dies noch mehr zu reduzieren, wird regelmäßig in den Kinderkonferenzen über den Speiseplan reflektiert und Vorschläge der Kinder, unter dem Aspekt der Klimafreundlichkeit, in diesen aufgenommen.

Die Kita wurde bereits 2017 als „Klima Kita NRW“ ausgezeichnet und ist somit mit dem Thema vertraut.

 

Das Projekt „MehrWertKonsum“ unterstützt und berät landesweit Kindertagesstätten und Schulen dabei, ihre Verpflegungsangebote abfallarm und klimafreundlich zu gestalten. Denn aktuell werden durchschnittlich ein Viertel des Schulessens und ein Fünftel der Kita-Verpflegung weggeworfen. Durch die Verringerung dieser Abfälle können Mensen und Kita-Küchen zum Klima- und Ressourcenschutz und einer nachhaltigen Ernährung beitragen.